Okay. Ich bin nicht 23. Stellen wir uns mal vor, ich wär es. Ich schlepp also Uma Thurman als meine Braut an. >diabolisches Gelächter, Jehova kriegt einen Schreikrampf.< Und das einzige, was der präsumptiven Schwiegermutter einfällt ist "Scheiße!"? That's Hollywood.
(Im übrigen ein netter Film. Aber wann wäre ein Uma-Thurman-Film das nicht gewesen?)
Klappe.
Samstag, 4. September 2010
Percy Jackson
Ich hatte natürlich keine übertriebenen Erwartungen an dieses Popcorn-Spektakel. Mir ist ja nichts menschliches fremd. Ich glaube, mein meistgesehener Film der letzten Jahre war "Die Mumie". Ich bin gern bereit, das Gehirn an der Gardarobe abzugeben, wenn es nur ein ordentliches Spektakel gibt und es in sich stimmig ist. Leider muß man sagen, daß das bei "Percy Jackson" nicht der Fall ist. Oh, das Spektakel ist durchaus vorhanden. Schon die Idee, daß die olympischen Götter noch unter uns weilen könnte aus allerhand komischen und absurden Situationen Funken schlagen. Wenn nur ein bißchen mehr Terry Pratchett und weniger Walt Disney im Drehbuch gesteckt hätte. So blieb es bei der erwartbaren coming-of-age-Story mit Internatshintergrund und family values. Das Ganze eben mit etwas antikem Dekor und viel CGI. Ein paar hübsche Gags gab es schon am Rande: Medusas Höhle heißt "Auntie M's Garden Emporium", auf dem Weg zum Hades wird "Highway To Hell" gespielt, in Charons Händen verbrennen die Greenbacks ("In God We Trust") und es wird nur ehrliche attische Münze akzeptiert. Lauter so Sachen eben die zeigen, daß mehr möglich gewesen wäre. Rosario Dawson ist Persephone. Bei ihrer ersten Begegnung mit unseren Helden kommt folgende Stelle: "Ich habe noch nie....", Pause, ein Blick, der einen Hardcore-Schwulen schwankend machen könnte, "... mit einem Satyr..." noch eine Pause, noch ein Blick, "... geredet." Dafür lohnt es sich, den Film zu gucken. Ansonsten ist die Story vorhersehbar wie eine Maggi-Tütensuppe und bei den scheußlichen hölzernen Dialogen habe ich einen Rekord in Fremdschämen gebrochen. Allerdings bin ich duldsam. Ich habe mein Interesse für die Geschichte auch bei schundigen Historien-Romanen entdeckt. Man muß halt an die Zielgruppe denken. Und wenn nur ein paar Teenager ihr Interesse für die Antike entdeckt haben sollten, dann ist mir der übrige Schmonzes schon recht.
Sonntag, 29. August 2010
Ashes Of Time (Redux)
Seit "In the mood for love" ist Wong Kar-wai ein Fixstern am Cineasten-Himmel. Die Erwartungen an einen Film von ihm sind also die denkbar höchsten. Kürzlich erschien eine neugeschnitten Fassung des früher gedrehten "Ashes of time". Es blieb zu überprüfen, ob er der Zeit standgehalten hat. Nach meinem Urteil nicht wirklich. Ich hab ja nichts gegen Symbolismus, Farbenspiele und Schnittorgien einzuwenden. Aber mir erschließt sich der Sinn des Ganzen nicht. Worum geht es denn? Die Sinnlosigkeit menschlichen Strebens? Die Vergeblichkeit jedes Begehrens? Schulung des Möglichkeitssinns? Es scheint Wong Kar-wai gleichgültig zu sein und so ist es mir als Zuschauer auch. Die Charaktere wirken beliebig und wecken keine Emotionen. Natürlich ist das handwerklich sauber gemacht. Die langen Einstellungen und die innere Spannung sind wie man es eben von ihm gewohnt ist. Aber letzten Endes fasert die Geschichte auseinander und ergibt keinen Sinn. Schade eigentlich. Die Geschichte des Mädchens mit dem Esel hätte mich sehr interessiert. Wenn sie denn erzählt worden wäre.
Samstag, 28. August 2010
Glory
Es ist schwierig, etwas zu diesem Film zu sagen. Er ist sehr pathetisch, wie es den Amerikanern eben gefällt. Anderseits ist das Pathos eben nicht vergeblich, weil es dem Thema angemessen ist. Ich habe ein sehr emotionales Verhältnis zum amerikanischen Bürgerkrieg. Es gibt kaum einen Bürgerkrieg, der so vehement verfochten wurde und letztlich einen so geringen Anlaß hatte. Man verstehe mich nicht falsch, ich finde natürlich an der Sklaverei nichts erfreuliches. Allerdings glaube ich, daß die Sklaverei auch dann abgeschafft worden wäre, wenn es keinen Krieg mit einer halben Million Toten gegeben hätte. Bleiben wir beim Film, der einer meiner Spezial-Favoriten ist. Ich mein, wann kann man Matthew Broderick, Denzel Washington und Morgan Freeman in einem Film erleben? Vielleicht könnte man dem Film aus cineastischem Standpunkt den einen oder andern Vorwurf machen. Allein, es greift nicht recht. Dem Autor/Regisseur ist es eben gelungen, so realistisch und emotional zu sein, wie es sich gehört. Ein großer Film. Kein erfolgreicher Film, wen wundert’s. Im übrigen im Jahr 1989 veröffentlicht, dem annus mirabilis.
Conan, der Zerstörer
Es ist hilfreich, von Zeit zu Zeit seine Vorurteile zu überprüfen. Die Zeiten ändern sich und wir mit ihnen. Es ist ja nur solange ein Voruretil, daß Mist Mist ist, bis man ihn am Schuh kleben hat. Alsdenn führte mir der Zufall beim Filmausleihen "Conan, den Zerstörer" über den Weg. Ich kannt den Film natürlich, hatte ihn aber nie gesehen. Denn dieser Film war der Feind, war der Mainstream, die Dummheit in Reinkultur. So war es zumindest 1984. Damals war meine Sturm- und Drangzeit. Die Zeitläufte waren unschön. Das moralische Subjekt gefordert, Stellung zu beziehen zu vielfältigen Drangsalen. Also bestand folgerichtig mein Kinoprogramm aus Tarkowski, Fellini, Elem Klimow ("Geh und sieh"), Ettore Scola und ähnlichem. Mit Leuten, die sich Conan ansahen, wollte man sich nicht gemein machen. Nun also nach 26 Jahren die Probe aufs Exempel. Das Fazit? Mist bleibt Mist auch nach ausgedehnter Lagerung. Einen solchen minderwertigen Blödsinn habe ich nicht mehr gesehen seit "Weißer Hai IV". Mit den billigen Kulissen und albernen Kostümen könnte ich ja noch leben. Aber die völlig dämliche Geschichte mit einer Dramaturgie wie eine Teletubbie-Sendung sind völlig unbegreiflich. Das ganze soll ja auf einem Buch beruhen. Na, ich werd's nicht lesen. Überhaupt hat man den Eindruck, der ganze Schmonzes ist nur deshalb gedreht worden, weil man irgendetwas mit Arnie anfangen wollte. Das allerdings ist gegen jede Wahrscheinlichkeit aufgegangen. Ich werde jedenfalls guten Gewissens dieses Machwerk an der Biegung des Flusses begraben und mein Vorurteil in ein Urteil umwandeln: damnatio memoriae.
(Verflixt, aber Grace Jones war schon ein verdammter Hingucker.)
(Verflixt, aber Grace Jones war schon ein verdammter Hingucker.)
Freitag, 27. August 2010
Intermission
Warum es nun doch weitergeht, ist auf der Linkliste zu sehen. Als damals, vor Urzeiten, die Blogmode aufkam, da wollte ich auch sehen wie es geht. Es geht mühsam. Weswegen ich auch nach einiger Zeit das Filmbeschimpfen aufgab. Nein, das Beschimpfen natürlich nicht, nur das Aufschreiben desselben. Ein paar Jahre später machte mich ein Artikel in der F.A.S. auf die „Reisenotizen aus der Realität“ von Andrea Diener aufmerksam. Ich stellte fest, daß es intelligent gemachte und gut geschriebene Blogs gibt und nicht nur die üblichen Linksammlungen zu Youtube und ähnlichen Restmüllsammellagern. Mittlerweile kenne ich nun auch ein paar andere ausgezeichnete Blogs, die Linksammlung zeigt es. Nun, es ist so wie immer: auf die Dauer macht immer nur zugucken keinen Spaß. Also, meine Damen und Herren, nach einer kurzen Unterbrechung von fünf Jahren lästern wir weiter. Aus Frustration über das Kinoprogramm der letzten Jahre habe ich mich zunehmend auf Konserven verlegt. Dank Blu-Ray und Projektor ist das allemal eine ernstzunehmende Konkurrenz.
Tja, mit was beginnen? Ah, ich weiß: „Conan, der Zerstörer“! Man sollte für seine Skala einen Nullpunkt festlegen.
Tja, mit was beginnen? Ah, ich weiß: „Conan, der Zerstörer“! Man sollte für seine Skala einen Nullpunkt festlegen.
Donnerstag, 28. Juli 2005
Mr. & Mrs. Smith
Nun hab ich den Film doch noch gesehen, allerdings aus purer Verzweiflung über das andere Programm. Doch, doch der Film hat nette Momente, besonders während der Eheberatung. Aber es genügt nicht. Der Plot ist viel zu dünn, da hätte man mehr draus machen können. Einfache Zerstörungswut mag dem Pyrotechniker gefallen, aber sonst ist das nicht so toll. Außerdem noch das Good-Guy-Syndrom: Good Guy schießt, drei Bad Guys fallen um, Bad Guy schießt, niemand wird getroffen. Naja. Immerhin schafft es Angelina Jolie trotz ihres Sexbomben-Designs intelligent, fast intellektuell rüberzukommen. Das ist für mich das wahre Rätsel dieser Frau. Hoffentlich wird es niemals gelöst.
Samstag, 23. Juli 2005
American Splendor
Nein, ich mag diesen Film nicht. Das heißt nicht, daß es ein schlechter Film wäre. Die Verschränkung der graphischen Elemente mit der Spielhandlung und den Auftritten und Kommentaren von Harvey Pekar ist gut gelungen. Aber ich habe immer Probleme mit der Comic-Szene. Das ist ein Milieu, mit dem ich nichts anfangen kann. Dazu noch als Gegenstand das uninteressante Leben Harvey Pekars. Ein uninteressantes Leben habe ich selbst, das brauche ich nicht noch geschildert zu bekommen. Und so stellt sich schnell Langeweile ein. Ich glaube, ich habe noch nie so oft gegähnt wie in diesem Film.
Mittwoch, 20. Juli 2005
Lost in Translation
Beim ersten Anschauen ist fast jeder Film zumindest erträglich. Die wirkliche Nagelprobe ist das zweite und dritte. Unter diesem Gesichtspunkt hat der Film das Zeug zum Klassiker, denn er gefiel mir beim zweiten Mal noch besser als beim ersten. Über die Nicht-Handlung ist kein Wort zu verlieren. Getragen wird der Film ohnhin von den wundervoll agierenden Scarlett Johansson und Bill Murray. Derartiges ist man nur von besseren französischen Filmen gewohnt. Im vorliegenden Fall ungefähr bei "Ein Mann und eine Frau". Ich hoffe nur, daß es nicht nur ein Glückstreffer von Frau Coppola war und das ähnlich gutes folgen möge.
Dienstag, 19. Juli 2005
Cold Creek Manor
Ein Horror-Film ohne Horror, nun ja. Die Idee war wohl, mit den Erwartungen des Zuschauers zu spielen (genervte Städter, rätselhaftes Haus im Wald, ein paar Leichen möglicherweise). Allein, man merkt die Absicht und ist verstimmt. Schade um die ganz ordentlich agierenden Dennis Quaid, Sharon Stone und Juliette Lewis. Das ist alles größtenteils harmlos. Und völlig überflüssig, daß am Ende tatsächlich etliche Leichen unmotiviert in der Gegend rumliegen.
Sonntag, 17. Juli 2005
Samurai Banners
Huh! Was für ein Historienspektakel! Die Handlung ist um den "Tiger von Kai", Shingen Takeda und seinen Strategen Yamamoto Kansuke angesiedelt. Der Takeda-Clan dürfte aus Kurosawas "Kagemusha" hinlänglich bekannt sein. Hier wird allerdings die frühere Geschichte von Takeda ausgebreitet, gipfelnd in der Schlacht von Kawanakajima 1561. Breitestes Breitbild und bunteste Kostüme, ein Toshiro Mifune in Hochform und eine bemerkenswert intelligente Inszenierung, fand ich. Inagaki ist ganz entschieden ein würdiger Zeitgenosse Kurosawas. Was mir an Inagaki weniger gefällt ist sein ungebrochener Nationalismus und eine Heldenverehrung, die sich hart mit der Realität stößt. Dort wo es bei Kurosawa psychologisch und menschlich interessant wird, weht bei Inagaki ein Banner. Sei's drum, es ist ein wunderschönes Spektakel, das es im europäischen oder amerikanischen Kino viel zu selten gibt. Vielleicht Ridley Scott mit "Gladiator" und "Kingdom of Heaven" spielt überhaupt in dieser Liga. Und Bondartschuk natürlich, seligen Angedenkens. Wo ist aber mal ein großer Film über den Dreißigjährigen Krieg? Selbst zu Napoleon fällt dem europäischen Fernsehen nichts als diese schmähliche Schmonzette aus dem Jahr 2002 ein. O tempora, o mundi!
Samstag, 16. Juli 2005
White Oleander
Ein harter Film über ein hartes Thema (eiskalte Mutter sitzt als Mörderin ihre Strafe ab, pubertierende Tochter wird durch Pflegefamilien und Heime gereicht). Leider in einer Seifenopernoptik, die einen wirklich guten Film verhindert. Faszinierend ist Alison Lohman als Tochter. Die Frau war mir schon in "Matchstick Man" angenehm aufgefallen. Ich dachte schon, ich müßte ins Genre der Päderasten wechseln. Aber mitnichten: Miss Lohman war 23 als der Film gedreht wurde und spielt perfekt eine 13-jährige. Allerdings ist diese optische Täuschung nicht das entscheidene, sondern ihr präzises Timing und gekonnter Minimalismus. Auf diese Dame wird man achten müssen. Nicht minder beeindruckend ist Michelle Pfeiffer als Mutter. Seitdem sie ihr Dummchen-Image abgelegt hat, gefällt sie mir zunehmend besser. Eine Schande, daß Hollywood für Schauspielerinnen über 40 quasi ein Berufsverbot verhängt. Nun, offensichtlich läßt siw sich davon nicht beeindrucken und das ist gut so.
Was wir umbringen
Also schrieb Karl Kraus zum ersten Erscheinen seiner "Fackel". Nun glaube ich nicht, daß ich auch nur im entferntesten an Karl Kraus heranreiche. Allein, es wächst der Mensch mit seinen höhern Zwecken und ein gesundes Maß von Selbstüberschätzung hat noch keinem geschadet.
Diese Seite soll dem Film gewidmet sein und zwar dem Film, wie ich ihn sehe. Das ist in des Wortes doppelter Bedeutung gemeint. Da ein Blog gewöhnlich nur halböffentlich ist, werde ich auf dieser Seite jegliche Netiquette fallen und meinem Snobismus freien Lauf lassen. Das hat für den präsumtiven Leser den Nachteil, daß ich zum einen auf die Filmhandlung eingehen und unter Umständen boshafterweise den Schluß erwähnen werde. Zum andern werde ich völlig snobistisch auf andere Filme, Bücher, Ereignisse eingehen, deren Kenntnis einem zufälligen Besucher nicht zuzumuten ist.
Kommentare sind willkommen, allerdings bitte ich um konstruktive solche. Ein Kommentar wie "Du bist blöd." mag zwar zutreffen, trägt aber nichts zum Verständnis bei. Ach, noch eins: ich halte Arnold Schwarzenegger nicht für den bedeutendsten lebenden Schauspieler.
Diese Seite soll dem Film gewidmet sein und zwar dem Film, wie ich ihn sehe. Das ist in des Wortes doppelter Bedeutung gemeint. Da ein Blog gewöhnlich nur halböffentlich ist, werde ich auf dieser Seite jegliche Netiquette fallen und meinem Snobismus freien Lauf lassen. Das hat für den präsumtiven Leser den Nachteil, daß ich zum einen auf die Filmhandlung eingehen und unter Umständen boshafterweise den Schluß erwähnen werde. Zum andern werde ich völlig snobistisch auf andere Filme, Bücher, Ereignisse eingehen, deren Kenntnis einem zufälligen Besucher nicht zuzumuten ist.
Kommentare sind willkommen, allerdings bitte ich um konstruktive solche. Ein Kommentar wie "Du bist blöd." mag zwar zutreffen, trägt aber nichts zum Verständnis bei. Ach, noch eins: ich halte Arnold Schwarzenegger nicht für den bedeutendsten lebenden Schauspieler.
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